Diesel gegen Druck: Wie Trumps Russland-Deal die Ukraine-Friedensgespräche belastet
Worum es geht
US-Präsident Donald Trump hat mit Kremlchef Wladimir Putin eine Vereinbarung getroffen, nach der trotz bestehender US-Sanktionen russischer Diesel in die USA geliefert werden darf [7]. Grundlage ist ein Dokument des US-Finanzministeriums, das den Verkauf, die Lieferung und den Import von Diesel russischer Herkunft vorübergehend erlaubt [7]. Die Süddeutsche Zeitung beschreibt den Schritt als Lockerung der Sanktionen gegen den Kreml mit dem Ziel, die Treibstoffpreise zu senken [1].
Nach Angaben der Bild soll Russland über mehrere Monate bis zu 4,8 Millionen Tonnen Diesel liefern, im Oktober zunächst 300.000 Tonnen [7]. Bei einem Marktpreis von rund 1.400 Dollar pro Tonne ergäbe das nach Rechnung der Zeitung einen Bruttoerlös von etwa 6,7 Milliarden Dollar [7]. Wie viel Geld tatsächlich nach Moskau fließt, lässt sich laut derselben Quelle nicht genau beziffern [7].
Zusätzlich hat Trump neue Russland-Sanktionen für 60 Tage ausgesetzt. Nach seiner Darstellung sollen so die Friedensgespräche geschützt werden [8]. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnte vor einem „historischen Fehler“ [8].
Hintergrund und Ursachen
Innenpolitischer Preisdruck. Die hohen Treibstoffpreise gehören zu den größten Problemen der Republikaner vor den Zwischenwahlen [1]. Sie verschaffen demokratischen Kandidatinnen und Kandidaten Chancen in Wahlkreisen, die sonst fest in republikanischer Hand sind [1]. Die Wahlen finden am 3. November statt [3][4]. Neu gewählt werden alle Sitze des Repräsentantenhauses und ein Teil des Senats [4]. Der Diesel-Deal ist der jüngste von mehreren Versuchen, die Preise zu senken [1]. Anfang Oktober hatten sich die G-7-Länder auf Druck der USA bereits darauf geeinigt, 100 Millionen Barrel Öl und Diesel aus ihren strategischen Reserven freizugeben [1].
Streit über ukrainische Angriffe auf Raffinerien. Die US-Nachrichtenseite Axios stellt den Deal als Reaktion darauf dar, dass Kyjiw der Forderung Washingtons nicht nachkam, die Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen [4][7]. Selenskyj hat nach eigener Darstellung die Angriffe auf russische Energieanlagen drei Tage lang ausgesetzt, nachdem Trump einen sogenannten „Energiewaffenstillstand“ verkündet hatte [3]. Russland habe jedoch die ukrainische Energieinfrastruktur weiter bombardiert und dabei mehr als hundert Zivilisten getötet [3]. Daraufhin habe er die Angriffe wieder aufnehmen lassen [3]. Trump nannte das „eine Schande“, weil die Angriffe die weltweiten Energiepreise in die Höhe trieben [3].
Eine andere Lesart der Ursache. Iwan Us vom Nationalen Institut für strategische Studien in Kyjiw sieht die Ursache der hohen Preise anders: Sie hingen mit Trumps Iran-Krieg und den Problemen in der Straße von Hormus zusammen [4]. Trump brauche einen „Sündenbock“ und habe dafür die Ukraine ausgewählt [4]. Das ist die Einschätzung eines Experten und keine belegte Tatsache.
Zusammenhänge
Zeitpunkt und Friedensgespräche. Die Vereinbarung wurde verkündet, während in Miami ukrainische, amerikanische und europäische Vertreter verhandelten [4]. Selenskyj sagte, sein Team werde „lediglich als Deckmantel missbraucht“, und nannte Trumps Beschluss „eine schwache Entscheidung starker Partner“ [4]. Laut Medienberichten sollen die US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in Miami erneut damit gedroht haben, den Austausch von Geheimdienstinformationen zu stoppen [4]. US-Vertreter bestreiten das [4]. Die Wirtschaftswoche berichtet in einem Teaser, Trump verteidige das Abkommen und glaube, damit Putin an den Verhandlungstisch zu bringen [3]. Wie der Diesel-Deal und die 60-tägige Sanktionspause genau ineinandergreifen, geht aus den vorliegenden Quellen nicht hervor.
Angriffe auf Selenskyj. Trump erklärte, es sei für die Ukraine an der Zeit, „einen neuen Führer zu bekommen, der einen Deal machen könnte“ [4]. Er bezeichnete Selenskyj als Hindernis für einen Frieden und sagte, ein Abkommen werde es nur ohne ihn geben: „Er ist kein guter Mann für uns zum Verhandeln.“ [3] Selenskyj nannte die Erlaubnis für russische Erdölprodukte auf Telegram „eine Investition in den Krieg“ [7]. Die SZ zitiert ihn mit den Worten, der Deal sei ein Geschenk an Putin [1]. Er rechnet mit weiteren Abkommen zwischen den USA und Russland: „Wahrscheinlich wird es dann um Gas gehen.“ [3]
Militärische Hebel. In Brüssel sorgte für Unmut, dass Trump offenbar angeordnet hatte, den Satellitendienst Starlink für Kiew einzuschränken [3]. Das habe Russland zahlreiche ungestörte Bombenangriffe ermöglicht [3]. Außerdem habe Trump die US-Geheimdienste angewiesen, Informationen über bevorstehende Angriffe nicht mehr an das ukrainische Militär weiterzugeben [3]. Washington erwägt laut Medienberichten auch, die Beschränkungen für russische und iranische „Schattenflotten“-Tanker zu lockern [3].
Wirtschaftliche Verflechtungen. Mychajlo Hontschar vom Zentrum „Strategie XXI“ bringt die Vereinbarung mit einem möglichen Verkauf der Auslandsbeteiligungen des russischen Ölkonzerns Lukoil in Verbindung [4]. Laut New York Times gehören Investoren aus Trumps Umfeld zu den potenziellen Käufern [4]. Ein direkter Zusammenhang mit dem Diesel-Deal ist damit nicht belegt.
Einordnung
Wirkung auf die Preise ist fraglich. Ifo-Präsident Clemens Fuest bezweifelt, dass der Deal viel bewirkt [7]. Er bezweifelt auch, dass Russland überhaupt größere Mengen liefern kann, weil viele Raffinerien durch ukrainische Angriffe beschädigt sind [7]. Ein Kommentar bei MSN nennt das Abkommen „verzweifeltes politisches Theater“, das die Preise für Amerikaner nicht senken werde [6]. Zum Vergleich führt die Bild einen täglichen US-Dieselverbrauch von rund 500.000 Tonnen an [7]. Die angekündigte Oktober-Menge entspräche damit weniger als einem Tagesverbrauch [7].
Strategische Folgen. Fuest urteilt, der Deal würde Russland stärken und die Ukraine schwächen, falls die angekündigten Mengen tatsächlich geliefert werden [7]. Die EU-Staats- und Regierungschefs erklärten in ihren Gipfelschlussfolgerungen, sie „bedauern“ das Abkommen [3]. In der Runde wurde kritisch bewertet, dass Trump die Kriegskasse des Kreml fülle, während Europa russische Energie weitgehend sanktioniere [3].
Europas Reaktion: Solidarität ohne Bruch. Die EU sagte der Ukraine weitere finanzielle, humanitäre und diplomatische Unterstützung zu [3]. Die Bundesregierung hat die US-Entscheidung „zur Kenntnis genommen“ und hält an den Sanktionen fest [7]. Sie arbeitet an weiteren Sanktionen und betont, die Unterstützung der Ukraine bleibe ungebrochen [7]. Der niederländische Ministerpräsident Rob Jetten nannte den Deal „keinen guten Schritt“ [3]. Europa müsse zeigen, dass es nicht von den USA abhängig sei [3]. Gleichzeitig wollen Europas Regierungen sich trotz der Empörung noch nicht von den USA lösen [2]. Ein EU-Diplomat meinte, der Deal könne Selenskyj sogar helfen, weil er die europäische Solidarität stärke [3].
Finanzielle Grenzen. Die Lücke im Kyjiwer Haushalt wird für 2027 auf knapp 40 Milliarden Euro geschätzt [3]. Die EU hat einen Kredit von 90 Milliarden Euro beschlossen, aufgeteilt auf 45 Milliarden Euro für 2026 und 45 Milliarden Euro für 2027 [3]. Der Versuch, 210 Milliarden Euro russisches Auslandsvermögen in einen Reparationskredit umzuwandeln, scheiterte Ende 2025 am Einspruch Frankreichs, Italiens, Belgiens und weiterer Staaten [3].
Ein Widerspruch in den Quellen. Die DW datiert den Eklat im Oval Office auf Februar 2025 [4]. Die WirtschaftsWoche spricht von einem Eklat „Ende vergangenen Jahres“ [3]. Ob damit derselbe Vorfall gemeint ist oder ein zweiter, lässt sich aus den Quellen nicht klären.
Ausblick
Rechtliche und politische Gegenwehr in den USA. Der republikanische Senator Tillis sagte auf NBC, Trump verstoße wahrscheinlich gegen das Gesetz von 2022, das den Import russischen Öls verbietet [4]. Iwan Us hält deshalb eine gerichtliche Anfechtung für möglich [4]. Der Abgeordnete Brian Fitzpatrick hat einen parteiübergreifenden Gesetzentwurf eingebracht, der nach Ronald Reagan benannt ist und den Kauf russischen Öls blockieren soll [4]. Kritik kommt auch aus Teilen der MAGA-Bewegung, die befürchten, Russland könne mit dem Geld aus dem Dieselgeschäft Iran unterstützen [4]. Die Demokraten nennen den Deal einen „Pakt mit dem Teufel“ [1].
Lieferwege. Oleksandr Krajew vom Thinktank „Ukrainisches Prisma“ sieht eine Möglichkeit, die Lieferungen „einfach unrealistisch“ zu machen [4]. Die Tanker müssten durch Hoheitsgewässer Deutschlands, Dänemarks, Großbritanniens und Frankreichs fahren, und diese Partner hätten bereits erklärt, das nicht zulassen zu wollen [4]. Ob die angekündigten Lieferungen tatsächlich stattfinden, ist nach den vorliegenden Quellen offen.
Abwarten bis nach den Midterms. Die drei von der DW befragten ukrainischen Experten raten Kyjiw, die Lage bis nach den US-Wahlen auszusitzen und den Kontakt zu Washington nicht abzubrechen [4]. Krajew hält es für möglich, dass Trump danach nachgibt, weil er sonst gegenüber China mit Blick auf Taiwan Schwäche zeigen würde [4]. Hontschar hält es für unwahrscheinlich, dass Trump noch weiter geht [4]. Iwan Us nennt die Drohungen, Geheimdienstinformationen oder Waffen zu kappen, „Angstmacherei“, die vor allem die Märkte beeindrucken solle [4].
Was offen bleibt: - Ob Russland liefern kann und wie stark die US-Preise tatsächlich sinken. - Wie es nach Ablauf der 60-tägigen Sanktionspause weitergeht und welche Gegenleistung Moskau dafür im Friedensprozess erbringt; das nennen die Quellen nicht. - Ob die Gespräche im Miami-Format fortgesetzt werden. - Ob Starlink und der Austausch von Geheimdienstinformationen wieder vollständig hergestellt werden. - Ob Selenskyjs Befürchtung eines Folgegeschäfts über Gas eintritt [3].
Der ukrainische Finanzbedarf wächst unterdessen [3]. Der frühere litauische Außenmini
KI-recherchiert mit Claude (opus) über UltraNOS am 22.10.2026, 06:01 Uhr; Belege [n] beziehen sich auf die Quellenliste.
Quellen: - Energiepreise: Trump importiert Diesel aus Russland und brüskiert die Ukraine: https://www.sueddeutsche.de/politik/trump-diesel-import-russland-midterms-li.3561367 - Trump bricht mit der Ukraine: Der geheime Deal mit Putin: https://www.msn.com/de-at/nachrichten/other/trump-bricht-mit-der-ukraine-der-geheime-deal-mit-putin/ar-AA2fJuo9 - Donald Trumps Diesel-Deal mit Putin: EU-Gipfel stellt sich hinter Ukraine: https://www.wiwo.de/politik/europa/donald-trumps-diesel-deal-mit-putin-eu-gipfel-stellt-sich-hinter-ukraine/100262649.html - Ukraine und USA in der Krise: Was folgt auf den Diesel-Deal mit Russland?: https://de.nachrichten.yahoo.com/ukraine-usa-krise-folgt-diesel-195200379.html - Was Trumps Diesel-Deal mit Russland für den Ukraine-Krieg bedeutet: https://www.msn.com/de-at/nachrichten/other/was-trumps-diesel-deal-mit-russland-f%C3%BCr-den-ukraine-krieg-bedeutet/ar-AA2ea4la - Trumps Diesel-Deal mit Russland ist verzweifeltes politisches Theater: https://www.msn.com/de-de/unterhaltung/other/trumps-diesel-deal-mit-russland-ist-verzweifeltes-politisches-theater/ar-AA2esYgH - Russland gestärkt, Ukraine geschwächt: Trumps Diesel-Deal bringt Putin Milliarden ein: https://www.bild.de/politik/ausland-und-internationales/russland-gestaerkt-ukraine-geschwaecht-trumps-diesel-deal-bringt-putin-milliarden-ein-6ac9e5bc61b3d4c01d3e1dd4 - Trump: Aussetzung der Russland-Sanktionen soll Friedensgespräche am Laufen halten: https://www.msn.com/de-ch/nachrichten/news/trump-aussetzung-der-russland-sanktionen-soll-friedensgespr%C3%A4che-am-laufen-halten/ar-AA2f7sSC